Fuck Barbie!

Alltagsmärchen, Geschlechterprovokation & Lügengeschichten

am rhein 9. September 2009

Gespeichert unter: Blabla — Femi June @ 15:04

Auf dem Weg von B nach B sitze ich im Zug, bereit zu gehen, alles hinter mir zu lassen, im Rhein oder im Bier zu ertränken. Die Freude und das Leid. Noch in der Hauptstadt höre ich mir die Musik aus bekannten, nie bereisten Staaten an, die Faszination, die Ferne. Ich will weg, muss. Die Köpfe mir gegenüber sehen nach Provinz aus. Nicht rund, nicht dumm, nicht uninteressant. Aber einfach ein bisschen nach Provinz, ein bisschen zu enger Genpool, ein bisschen zu wenig Weltoffen, ein bisschen zu wenig NZZ und Magazin und Zitty und Missy und wie sie alle heissen. Irgendwie nicht nach Rheinstadt. Es spricht auch niemand Baseldeutsch. Das kommt mir spanisch vor. Also steige ich aus dem Zug aus, stolpere über das Perron, über Kinderwagen und Grossmütter und Hundeleinen und Lügengeschichten und Küsse und Zukunft und Vergangenheit. Gehe zur gegenüberliegenden Bahn und steige ein. Jetzt endlich! Der Dialekt und das Tempo und die Kleider und die Kinder und die Eltern und kein Abteil frei, doch und hinsetzen und Scheisse, ein schleimiges Arschloch vis-à-vis. Bemüht falte ich meine Zeitungen auf, viel Zeitung, ein Berg davon, Zeitung von gestern mit News und die Zeitung von heute mit den News, die jetzt keine mehr sind, weil sie letzte Woche passiert sind und heute Sonntag ist und man entweder unter der Woche die Zeitung täglich liest oder nur einmal eben heute. Aber beides geht nicht. Man muss sich entscheiden. Sonst wird es langweilig. Und ich verstecke mich hinter den Bettlackengrossen Blättern und lese stundenlang Texte, damit mich das schleimige Arschloch nicht ansprechen kann. Auf halber Strecke kriegt das schleimige Arschloch leider Verstärkung. Ein mir nicht unbekannter Aufdringlicher, der sich gerne durch das Berner Nachtleben labert und einfach nur mühsam ist, setzt sich zu ihm, also eigentlich zu mir.

Ich liebe dich

Ich liebe dich


Das schleimige Arschloch ergreift seine Chance zum Small Talk, spricht schwul über seinen Beruf als Rechtsexperte für Sozialversicherungen, entlarft sich bei mir leider als Idioten, da ich selber Sozialarbeiterin, und seine Ausführungen keine Sekunde Glauben schenken kann, weil auch ich Bescheid weiss über Recht und Sozialversicherungen. Aber der unbekannte Aufdringliche weiss das nicht, weil er nicht Sozialarbeiter ist und auch nicht Sozialhilfebetrüger, obwohl er wie einer aussieht, sondern Dealer aber das ist eine andere Geschichte. Und der Schwule macht langsam aber sicher den Dealer an und der Dealer immer irgendwie mich und ich verstecke mich hinter der Zeitung bis der Dealer mit mir über meine Tätowierung sprechen will und das ist mir dann doch zu intim und als er meine Ballerina-Ohrringe aus Brasilien, ein Geschenk einer wirklich guten Freundin „geil“ und die sind wirkilch alles andere als geil (was für ein Wort! Himmelarsch!) nennt, nehme ich mein Maschinengewehr aus meiner Handtasche, erschiesse den Dealer, weil er nervt und den Schwulen, weil ich jetzt sowieso schlechte Laune hab und er halt zur falschen Zeit am falsch Ort ist und lese meine Zeitung in Ruhe fertig. Dann sind wir auch schon in Basel und alle steigen aus, natürlich auch der Dealer und der Schwule, sie hinken beide ein bisschen. Dann sehe ich einen ganz guten Menschen ganz lange und wir halten uns an tollen Orten auf und trinken viel Bier und essen selbstgemachtes Eis und erzählen uns das Leben, wie immer, bis zum Morgengrauen und schlafen im selben Bett und frühstücken Kaffee und Zigaretten und ich bin verliebt, aber nur 24 Stunden, weil wir sind schon verschüttet von der Liebe. Der anderen Person und mir wird es zuviel und deshalb grabe ich mich aus der Liebe aus, so mit beiden Armen, ich pflüge mit langen Bewegungen um mein Leben und unsere Liebe und gehe zum Tram, das Tram kommt ausnahmsweise pünktlich oder ich rechtzeitig und ich setzte mich auf das Holz und neben mir sitzt die Gegenwart und lacht mir ins Gesicht.

 

Von Schriften 28. März 2009

Gespeichert unter: Blabla — Femi June @ 17:52

Ich steh total auf Handschriften. Das merke ich immer wieder. Sie ziehen mich an und stossen ab. Eine spannende, schöne Handschrift ist immer relativ und schwer zu beschreiben. Grundsätzlich mag ich Handschriften von LinkshänderInnen. Weshalb weiss ich nicht genau. Aber ich vermute, dass ich ihnen mehr Charakter zuschreibe und das etwas fahrige daran liebe. LinkshänderInnen-Schriften passieren nicht, sie sind überlegt. Interessant daran finde ich auch, dass über die Hälfte meiner Liebes-Beziehungen LinkshänderInnen waren bzw. sind und diese linken Hälften auch immer die längerfristigen PartnerInnen in meinen Lebensabschnitten sind. RechtshänderInnen sind zwar auch spannend, aber oft bemühter im Handschriftlichen. Was ich bei den Linken auch mag, ist die Handstellung. Der Arm etwas verdreht, geschrieben von schräg oben herab – und schon beginnt mein Herz schneller für die linkischen SchreiberInnen zu schlagen. Schade, schreiben so viele Menschen Emails. Heute sah ich ein wunderschönes Briefpapier inkl. Couverts, es ist sauteuer, aber ich glaube, ich gehe es kaufen, um damit die Briefpost, die romantische, wiederzubeleben. Ich glaube eben, die Menschen würden in handschriftlich geschriebenen Briefen wieder viel Existenzielleres über sich erfahren – im Gegensatz zum oft banalen und unpersönlichen virtuellen Kontakt oder diesen ***-Blogs. Ich schreibe mit der Rechten, mein Herz schlägt auf der Linken.

 

Das Ziel ist im Weg 6. Dezember 2008

Gespeichert unter: Blabla — Femi June @ 16:26

Wie immer brauchte sie keine Stolpersteine um hinzufallen. Auch keine Hürden, die es zu nehmen gilt um  zu scheitern. Sie legt sich alle Hindernisse selbst in den Weg. Sucht am Abgrund nach Absturzstellen. Nach Hundedrecken zum Ausrutschen am Wegrand. Ab und zu findet sie Findlinge, von irgendwelchen Gletschern in 100′000 von Jahren zu ihr hingetragen. Die Eiszeit ist vorbei. Und trotzdem liegt der Schnee vor der Türe. Und alles Wischen vor der eigenen nützt nichts. Der Schnee bleibt. Er wird nicht Eis. Schmiltzt nicht. Bleibt Schnee. Weiss, kalt, pulvrig, schön und unnütz liegt er vor dem Stadthaus. Gut, nicht ganz unnütz. Sie kann Spuren darin hinterlassen. Im Schnee. War nicht umbedingt das Ziel als es schneite . Aber immerhin. Das Ziel ist ihr ohnehin meistens im Weg. Diesmal ohne Ziel, dafür auf einer spannenden Spur macht sie ihre Gratwanderung ohne Sicherung. Und stolpert. Fliegt anstatt zu fallen. Und dies ohne Grund. Aber nicht grundlos.

 

In Tribute To… 1. Oktober 2008

Gespeichert unter: Blabla — Femi June @ 05:38

 

Wie gut, dass es das Scheitern gibt… 16. September 2008

Gespeichert unter: Blabla, Politik — Femi June @ 20:22

 

Das beste,… 25. Juni 2008

Gespeichert unter: Alltag, Blabla — Femi June @ 21:20

das seit langem an meiner Fachhochschule produziert wurde!

I feel so

  • STUHLGANGSTUHLSOZIALARBEITWOHNORTEINZELSITZUNG
 

LBR bei Schmidt & Pocher 6. Mai 2008

Gespeichert unter: Blabla, Provokation — Femi June @ 20:53
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Okay, ich muss meine Meinung über LBR revidieren.

Sie ist wirklich nicht die Hellste, ne, aber ganz ein belustigend loses Mundwerk hattse.

LadyBitchRay zum ersten…

…& zum zweiten!