Die Wohnung ist leer. Nicht weil da keine Möbel stehen würden, sondern weil sie weg ist. Eigentlich ist alles perfekt. Genau so, wie man es hofft, wenn man 16 ist und wenn man weiss, wie man dann mal leben möchte. Alles das habe ich. Genau die richtige Wohnung. In der richtigen Stadt. Die guten Menschen um mich, genug Geld um zu leben, verleben und nur hier und da ein paar Tage ohne Strom. Alles genau richtig. Das richtige Wetter, die hochgetürmten Wolken am Horizont. Gute Drogen. Nicht zuviel davon. Zeit haben. Nichts tun. Oder nur das tun, was einem gefällt. Die spannende Musik und die Gespräche und die bequemen Unterhosen. Der Sex immer tagsüber. Die Nacht für Gespräche. In den Fluss schwimmen gehen. Auch mal raus aus der Stadt. Reisen. Ein guter Kaffee. Zigaretten. Das Baby im Bauch. Okay, vielleicht nicht vom richtigen Mann. Aber ist ja auch egal. Der Sitzball. Eigentlich wäre alles gut, genau richtig. Wenn sie nicht gegangen wäre. Und nun ist alles so leer. Obwohl so voll. Gestern im Kaffee unter den Häusern in der Altstadt sah ich sie. Ich sah sie tausend Mal. Immer und immer wieder in jeder Person. Ich wollte zu ihr hin gehen und ihr die Worte sagen, als ich sie noch nicht gekannt habe und eben doch. Immer habe ich auf sie gewartet. Ich wollte ihr sage, wie das erste mal als ich sie getroffen habe, „ich vermisse dich, ich habe dich schon immer vermisst, seit ich geboren bin“. Jetzt ist sie weg. Eigentlich alles perfekt.