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work in progress

…weil ich es seit einiger Zeit nicht hinkriege, auch nur eine Ziele  zu schreiben, die auch wirklich kreativ wäre, mach ich nun noch offiziell Pause vom Bloggen. Wer sich Gedanken machen will, ist eingeladen, den Blog http://maedchenmannschaft.net zu geniessen. Ihr lest mich zu einem anderen, sehr unbestimmten Zeitpunkt wieder hier oder dann in der Buchhandlung deines Vertrauens…

Wirklich wichtig!

Also, ich machs kurz, den ihr braucht dann noch Zeit. Zeit zum Lesen! Lest einfach das Buch von Michèle Roten. Es ist gut. Nicht nur für Frauen. Sondern auch für Männer. Beide werden ihr Aaaaaaaaaaaaaaaaaahaaaaaaaaaaaa-Erlebnis haben. Es regt zum Denken an. Zum Überprüfen. Zum Weiterkommen. Und das ganze nicht nur auf so ego-persönlicher Ebene, sondern so ganzheitlich. So zufriedenheitsfördernd. Und wer will das schon nicht, meine Damen und Herren?

Na also! Hopp! Buch kaufen http://www.echtzeit.ch/buecher.php?id=205 oder auslehnen (bei der intelligenten Freundin im guten Freundeskreis!)

Feminismus macht sexy!

Sie biss eigentlich schon immer gerne zu. Als Bébé vergrub sie ihr Zahnfleisch in der Brust ihrer Mutter, als Kind die Zähne im Arm ihrer besten Freundin und als Teenager in die Lippen des jeweiligen Freundes. Später biss sie beim Sex in die Schultern – oder sonst wo hin – und so mancher Mann ging nach einer wilden Nacht zwei, drei Tage mit zerkauter Haut durch das Leben. Wirklich bedeutet hatte ihr das Beissen jedoch nie etwas. Es war manchmal ein Ausdruck von Zärtlichkeit, manchmal vor Wut und manchmal einfach der Test, wieviel Druck es brauchte, bisdem Gegenüber ein Tropfen Blut aus der Haut trat.Doch seid sie ihn kennt, ist es irgendwie anders. Das Leben wurde anders – es hat einen anderen Rhythmus. Das Licht draussen wurde anders – mehr Nacht und weniger Tag. Und die Farben ihrer Kleider wurden anders. Ihre Augen, bemerkte sie, sind auch etwas dunkler geworden. Nicht mehr braun, sondern dunkelrot.

Es fing damit an, dass auch sie ihn beim Sex biss. Aber nicht zärtlich oder wütend, sondern hungrig. Die Bisswunden wurden mehr und mehr und auch immer tiefer. Ihn störte das nicht. Sie auch nicht. Sie wunderte sich nur ein bisschen und biss dann wieder genüsslich durch die Haut in die Muskeln und die Nerven. Irgendwann wollte sie mehr. Ineiner Nacht, er schlief tief, schnitt sie ihm die Zehennägel ab. Sie ass alle auf. Sie knackte die Nägel unter ihren Zähnen und genoss den abgestandenen Duft von ihm. Er bemerkte nichts. Sie machte sich in Nächte später über seine Hornhaut her, schnitt sie ab und ass sie auf. Er bemerkte nichts. An einem Abend nach einem wundervollen Tag und gutem Sex, er schlief tief, wie immer, schnitt sie ihm ein Finger ab und ass ihn auf. Sie ass ihn auf. Einfach so. Ohne mit der Wimper zu zucken oder den Finger zum grösseren Genuss zu würzen. Vom Finger so angeregt, ging sie in die Küche, holte das grosse Messer, dass sie besonders mochte. Es hatte eine 20 cm lange Klinge und war schön schwer. Sie liebte ihn so sehr, dass sie ihn jetzt essen wollte. Nichts vernaschen. Essen. Sich verzehren. Aufnehmen. Zerkauen. Schmecken. Riechen. Sie schnitt zuerst seinen Kehle durch. Ein leises Röcheln. Einige Atemzüge durch die durchtrennte Luftröhre. Fertig. Sein Körper entspannte sich und kam zum Stillstand. Dann kam der Brustkorb drann – soweit es ihr halt gelang, durch die Rippen und was das sonst noch an Knochen drinn ist. Sie entnahm ihm das Herz, schnitt ihm Hier und Dort etwasab, Muskeln, Hoden, stach ein Auge aus und zu guter Letzt entnahm sie ihm das Hirn. Der Rest seines Körpers verbrannte sie im Cheminée, das sie schon lange nicht mehr benutzt hatte. Aus seinem Fleisch machte sie einen Eintopf. Es war viel Fleisch, sie ass neun Tage davon; und immer genüsslich. Am zehnten Tag, als sie all sein Fleisch vertilgt hatte, nahm sie sein Hirn aus dem Tiefkühlfach, das sie dort aufbewahrt hatte.

Das Hirn schnitt sie in feine Stücke und briet es mit etwas Olivenöl in der Pfanne.

Sein Hirn war ihm immer wichtig gewesen, deshalb ass sie es wie eine Delikatesse. Eine feste, geschmacklich milde Delikatesse. Und sie schmatzte etwas, als sie sein Hirn verspeiste. Und während sie ihn ass, hatte sie plötzlich wundervolle Gedanken und Vermisste ihn etwas. Doch sie war nicht traurig, da sie wusste, dass er nun in ihr war.Verdaut, zu Fett- und Muskelzellen, Eiweiss oder was auch immer zersetzt und von ihrem Körper aufgenommen. Asche zu Asche, Fleisch zu Fleisch. Nach dem letzten Bissen Hirn leckte sie sich genüsslich die Lippen ab, um sicher zu sein, alles von ihm gegessen zu haben. Strich die Finger an der Serviette ab und räumte das Teller weg und das Geschirr. Alles war rein.

Er war ihr und sie gab in der Woche darauf eine Kontaktanzeige auf, wo sie einen sensiblen, hübschen, gepflegten Mann suchte, der sich für Literatur interessiert. Das schöne, schwere Messer lag frisch gewetzt hinten im Küchenschrank…

Restposten

Man sollte ja immer diese Gefühle halten können. Konservieren. Damit man sie dann hervor nehmen kann, wenn man den Computer hat und darüber schreiben kann. Aber das geht ja irgendwie nicht. Oder nie so richtig.

Ich versuche an meinem Buch weiter zu schreiben. Eines ist ja schon draussen. Das war so ein journalistisches. Nun, mein Roman liegt auf meinem Computer seit ca. 5 Jahren rum und ich komme nie so richtig vorwärts. Ich frage mich immer, muss ich 65 werden, damit ich Zeit habe um die Zeit hier niederzuschreiben und die Seiten gefüllt habe? Oder sollte ich 3 Monate frei nehmen, mich auf eine einsame Insel absetzen und schreiben? Aber dann verpasse ich ja die Inhalte, die mir tagtäglich begegen. Ich hab echt ein Dilemma. Das scheiss AutorInnen-Dilemma. Und dann kotzt man sich raus und schwingt sich auf die Ebenen und Gefühle und Situationen, über die man schreiben will und schon wird man gestört oder mag nicht mehr und alles ist hin. Und dann hat man ja noch diesen Blog hier und der möchte ja auch wieder regelmässiger mit Stoff gefüttert werden, sonst steht er bald nackt und krank da. Ich finde, er schwächelt schon. Und was, wenn mir die Geschichten zwischen Leben und Blog und Buch abhanden kommen? Wo gehen sie dann hin? Unter den Tisch? Und ich sauge sie beim nächsten Putzen ein und werfe sie dann irgendwann in den Müll. Und wars das dann? Und will überhaupt, auch wenn ich mir die Mühe mache, irgendjemand meine Geschichten lesen? Und können sich die Menschen, die darin vorkommen, überhaupt daran erinnern? Oder ist ohnehin alles belanglos. Und ich sollte das Schreiben lassen, wir ja eh genug geschrieben und das Wissen vervielfacht sich sosehr, dass man ohnehin nie alles Wissen und lesen kann. Wird die Welt demnach einfacher und besser, wenn ich nicht mehr schreibe? Weil dann alle Menschen mehr Zeit haben für das Wesentliche? Doch was ist das? Wenn nicht in die Tiefen der Seele vorzudringen? Also doch schreiben. Immer weiter. Seite 182.

peccatum mortiferum

Von meinem Pult aus sehe ich auf einen Fluss. Es ist die Aare. Das Wasser ist klar. Grün, durchsichtig, schimmernd. Manchmal ist sie braun, schmutzig, mit Bäumen und anderem Treibgut gespickt. Oder mit Gummibooten und fröhlichen Menschen. An der Aare bin ich aufgewachsen, meine Mutter schon und meine Grosseltern. Manche liessen sich illegalerweise auch darin bestatten. Die Aare ist leben. Und tod. Die Aare ist immer anders. Aber immer fliessend. Alles fliesst dahin. Wasser. Zeit. Verkehr. Begegnungen. Lebensmittel fliessen durch uns hindurch. Auch Gefühle. Und das Eis fliesst, da bald nur noch Wasser, auch immer mehr ins Meer. Und der Überfluss fliesst und die Spenden- und Schmiergelder fliessen. Das Öl fliesst auch und das Gas und der Strom. Honig und Milch. Und Rotz und Tränen fliessen. Einzig ein Lachen vermag manchmal die Zeit kurz aufzuhalten. Dann geht alles weiter. Unaufhaltbar. Es fliesst. Der Fluss wäre eigentlich also ein normaler Zustand – ausser eben, dass er keiner ist. Er ist also ein Zu-Fluss, anstand ein Zu-Stand. Trotzdem neigt der Mensch dazu, sich und alles um ihn herum nicht fliessen lassen zu wollen. Festhalten. Klammern. Zeit zurück drehen. Früher war alles besser. Früher wusste man noch was gut und schlecht war und gesund und krank und jung und alt. Heute sind diese Zustände fliessend. Man kann kaum noch auseinanderhalten, wer was ist. Früher gab es auch noch Regeln, nach denen man zu leben vermochte und dann in den Himmel kam. Beispielsweise sollte man auf Geiz, Neid, Zorn, Hochmut, Trägheit, Habgier, Völlerei und Wolllust verzichten – dann kam alles gut. Klappt ja heute nicht mehr. Bei mir jedenfalls nicht. Ich mag die alle ab und zu und irgendwie. Letzten Sonntag beispielsweise, gab ich mir absolut der Trägheit hin – das beste, was ich seit langem gemacht habe. Und – ich lebe noch, oh Wunder! Heute ist es auch nicht mehr schlimm, gegen die ehemals sieben Todsünden zu verstossen. Denn: Sterben tut man ja sowieso. Und den Himmel gibts ja heute auch nicht mehr. Dafür die Aare. Und die richtet nicht.

Tennisplatzgefühle

Sie hatte sich die Hände abgewaschen, vielleicht das zehnte Mal heute Abend und eingecremt. Sie hat so eine Phobie, sie weiss das und schliesslich will die Handcremenindustrie auch etwas verdienen. Zudem kostet gute Handcreme kaum was, also ein ungefährlicher Tick. Ein langer Blick in den Badzimmerspiegel, es ist einsam so alleine. Manchmal ist es eben nicht einsam alleine. Heute schon. Heute ist alles anders. Auch das Licht, es leuchtet unfair, die Falten, man sieht sie schon. So alt bin ich nun wirklich noch nicht, denkt sie, aber das Leben ist hart und manchmal grausam und die Haare werden auch grau deshalb. Oft ist es aber gut. Trotzdem noch eine Creme. Die kleine teuere, hoffentlich nützt sie was. Schliesslich muss der Marktwert erhalten bleiben. Der Boden knarzt im Zimmer und die Lampe, diesmal eine faire, spiegelt ihr Licht im Boden – es ist warm. Das Bett ist zu gross, er fehlt. Sie kann deshalb in der Mitte schlafen. Am Rand schlafen. Die Decke für sich brauchen. Die Decke auf dem Sofa lassen und ohne schlafen. Ohnehin auch nicht schlafen. Doch das kam schon lange nicht mehr vor. Sie schläft gut, seit sie ihn kennt. Es gibt ja Menschen, da wünscht man sich, sie früher kennen gelernt zu haben. Bei ihm ist das nicht so. Er kam genau richtig. Nicht zu früh, denn das wäre alles nicht gegangen, weil sie andere waren. Und nicht zu spät, weil es ja bekanntlich schnell geht. Also perfekt.
Früher, als es nicht perfekt war, hatte sie diese Gefühle, sie kennt sie schon lange, diese Gefühle, seit Kind eigentlich. Als Mutter und Vater sich stritten legte sie sich in die Mitte unter ihr Ehebett, hatte fast kein Platz, weil die Verstrebungen so weit zum Boden runter reichten und lag also dort und es zerriss sie fast innerlich. Als sie grösser wurde, kam noch ein Bild dazu. Es war wie von einer Ecke zur anderen auf einem riesigen Tennisplatz Tennis zu spielen. Endlos langsam. Endlos weit. Endlose Unendlichkeit. So waren die Gefühle. Grün. Deshalb nennt sie diese Gefühle die Tennisplatzgefühle. Weshalb Tennis, weiss sie auch nicht so genau. Mit Tennis hat sie genau so viel am Hut wie mit Fussball oder keine Ahnung, was gibt es noch für Platzsport? Also nichts. Naja, nicht gar nichts. Sie gleicht so einer Tennisspielerin, sagt er, der hübschen Blonden. Früher, rein äusserlich, verglichen die anderen sie mit einer anderen Tennisspielerin. Nun, zum Glück auch schon lange nicht mehr. Sie hatte also nur eine Ähnlichkeit mit dieser Tennisspielerinnen mit dem Kokainproblem und den Waschmaschinen, sagten die anderen. Also nix mit Tennis. Und trotzdem hatte sie wieder diese Tennisplatzgefühle und sie waren schön und vertraut und schmerzhaft und sie wusste dann schon, was dies heisst und was sie zu tun hatte. Und sie tat es und dann wurde alles gut. Perfekt. Quasi.

Happiness Equals Love

http://www.geo.de/GEO/mensch/69627.html

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